Wie ich arbeite
Meine Haltung zur Musik und den Menschen
Musik entsteht für mich immer im Zwischenraum: zwischen Menschen, Stimmen, Atemzügen, Erwartungen und Möglichkeiten. Sie ist für mich nie abstrakt oder überall gleich, sondern immer mit dem Ort verbunden, an dem sie erklingt — mit seiner Geschichte, seiner Atmosphäre, seinen Menschen. Jeder Raum, jede Gruppe, jede Situation verändert den Klang und die Art, wie wir miteinander musizieren.
Ich verstehe Chorarbeit als Beziehungsgeschehen, in dem Klang nicht „gemacht“, sondern gemeinsam gefunden wird. Dabei verbinde ich Ernsthaftigkeit mit Leichtigkeit, Struktur mit Offenheit und Präzision mit Freude. Jede Probe ist für mich ein Raum, in dem Menschen wachsen dürfen – musikalisch und persönlich.
Probenkultur
Ich arbeite ruhig, klar und gut vorbereitet. Eine Probe beginnt für mich mit Ankommen, Atem und Hören. Ich lege Wert auf eine Atmosphäre, in der Konzentration und Humor nebeneinander stehen dürfen. Methodisch arbeite ich abwechslungsreich: mit Klangexperimenten, Bewegungsimpulsen, gezielten Hörübungen und präziser Stimmbildung. Mir ist wichtig, dass jede Stimme sich sicher fühlt und jede Gruppe spürt, dass sie gemeinsam etwas gestalten kann, das größer ist als die Summe ihrer Einzelstimmen.
Pädagogischer Ansatz
Meine Arbeit ist geprägt von meiner gemeindepädagogischen und schulischen Erfahrung. Ich leite transparent, wertschätzend und mit klaren Ritualen, die Orientierung geben. Ich sehe Menschen nicht als „Material“, sondern als Persönlichkeiten mit eigenen Wegen, Stärken und Grenzen.
In der Chorarbeit bedeutet das für mich: Ich forme den Klang, nicht die Menschen. Ich begleite Stimmen in ihrer Entwicklung, gebe Impulse, öffne Räume und setze klare musikalische Ziele – ohne jemanden zu verbiegen. Musikpädagogik heißt für mich, Menschen zu befähigen, ihren eigenen Klang zu finden und ihn in den gemeinsamen Klang einzubringen.
Als ausgebildeter Supervisor für Chorleitende achte ich besonders auf Gruppenprozesse, Rollen, Kommunikation und Atmosphäre. Diese Perspektive hilft mir, Probenräume achtsam zu gestalten, Dynamiken früh wahrzunehmen und Leitung so zu gestalten, dass sie musikalisch wie menschlich trägt.
Musikalische Schwerpunkte
Klangqualität steht für mich im Zentrum: Intonation, Linienführung, Textverständlichkeit und ein lebendiger, atmender Gesamtklang. Ich arbeite stilbewusst und bewege mich gern zwischen Kirchenmusik, Pop, Weltmusik und Kinderchorliteratur. Mir liegt daran, dass Musik nicht nur „funktioniert“, sondern berührt – durch Farben, Dynamik, Ausdruck und innere Haltung. Ich suche nach dem Moment, in dem ein Chor sich selbst hört und etwas Neues entsteht.
Zusammenarbeit
Ich leite freundlich-entschlossen, mit Wärme und Klarheit. Verlässlichkeit, gute Vorbereitung und ein respektvoller Umgang sind für mich selbstverständlich. Ich treffe Entscheidungen, ohne autoritär zu wirken, und halte Räume offen, ohne unklar zu werden. In der Zusammenarbeit achte ich auf die Balance zwischen Gruppe und Individuum: Jede Stimme zählt, und gleichzeitig trägt jede Stimme Verantwortung für den gemeinsamen Klang. So entsteht ein Miteinander, das musikalisch und menschlich trägt.